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Joanet Martorell - Der Roman vom Weißen Ritter Tirant lo Blanc
Roman in drei Bänden
Klappentext: Als Martorell seinen Ritterroman vor einem halben Jahrtausend schrieb, waren Konstantinopel und der oströmische Kaiser gerade im Kampf gegen die moslemische Übermacht gefallen. Martorell setzte dieser bitteren Tatsache eine Utopie entgegen und kreierte den weißen Ritter. Er sollte die zerrissene Christenheit einigen und siegreich gegen die »Ungläubigen« antreten. Auf seinem Feldzug quer durch Frankreich und Spanien erreicht er Konstantinopel. Aber statt zu kämpfen gerät der weiße Ritter unter das Joch der Liebe. Jetzt kämpft er um die schöne Karmesina. ›Der weiße Ritter‹ ist prachtvoll: ein Sittenbild der damaligen Welt, ein Ritterroman mit Ehrenkodex und Turnierregeln, ein erotischer Roman und ein spannend amüsantes Abenteuer. ›Der Roman vom Weißen Ritter‹ ist einer der ersten Romane auf Altkatalanisch und damit ein ganz besonderer Beitrag zum Messeschwerpunkt Katalonien 2007.
S. Fischer Verlag, ISBN 978-3-10-042606-2, gebunden im Schuber, 1656 Seiten, 98,00 €

Julia Franck - Die Mittagsfrau
Der Deutsche Buchpreis 2007 geht an... ...eine Frau, die ihn schon lange verdient hat. Wir gratulieren!
Schwere Schicksale - große Literatur
Familiengeschichte, Zeitgeschichte, ein Entwicklungsroman, ein Schicksalsroman. Dieser Roman bietet viel. Um es vorwegzunehmen, dies ist wohl Julia Francks literarisch ambitioniertester Roman - und er ist gelungen. In einer unglaublich sinnlichen Sprache erzählt Julia Franck die tragische Lebensgeschichte einer Frau, die "am Herzen erblindet". Und ganz nebenbei erleben wir die Entwicklung Deutschlands vom Anfang des letzten Jahrhunderts bis in die Nachkriegszeit hinein. Zu Beginn sehen wir einen siebenjährigen Jungen, der auf irgendeinem vorpommerschen Bahnhof von seiner Mutter sitzen gelassen wird. Wir sind geschockt. Und dann beginnt die eigentliche Geschichte. Wir erfahren anhand der Lebensgeschichte der Mutter, wie es zu dieser unfassbaren Tat kommen konnte. Und wir sind gar nicht mehr so schockiert. Wir begreifen, dass diese Mutter wohl kaum eine andere Wahl hatte und dass sie bei dieser Tat tatsächlich nur das Beste für Ihren Sohn im Sinn hatte. Leider nimmt das Schicksal des Jungen nicht den von ihr erhofften Lauf, aber das ist eine andere Geschichte... Julia Franck beherrscht die Sprache von der ersten bis zur letzten Zeile. Das ist große Literatur, die an Grass (in seiner besten Zeit) und manchmal auch ein wenig an Thomas Mann erinnert.
Klappentext: In der Lausitz verlebt Helene eine idyllische Kindheit, die mit Ausbruch des ersten Weltkriegs jäh endet. Der Vater wird nach Osten geschickt und kehrt nur zum Sterben nach Hause zurück, die jüdische Mutter zieht sich zunehmend vor den Anfeindungen ihrer Umgebung in die Verwirrung zurück. Blind am Herzen nennt Helene das und fürchtet die zunehmende Kälte der Mutter, die ihre Töchter kaum mehr wahrzunehmen scheint. Helene möchte Medizin studieren, ein ungewöhnlicher Traum für eine Frau zu Beginn des Jahrhunderts. Nach dem Tod des Vaters zieht sie Anfang der zwanziger Jahre mit ihrer Schwester Martha nach Berlin, und während Martha ihrer Freundin Leontine wieder begegnet, lernt Helene Carl kennen. Als der kurz vor der Verlobung stirbt, verliert sie den Sinn für das Dasein. Sie flieht in die Arbeit und will das Leben überleben. Auf einem Fest stellt sich ein gewisser Wilhelm vor, er ist begeisterter Ingenieur, der Reichsautobahnen bauen und Helene heiraten möchte. Die schnell scheiternde Ehe mit ihm führt Helene nach Stettin, wo ihr Sohn zur Welt kommt. Die Liebe, die der kleine Junge fordert, die Nähe, die er sucht, werden ihr zunehmend unerträglich, und bald schon geht ihr der Gedanke vom Verschwinden nicht mehr aus dem Kopf. Schließlich trifft sie eine ungeheuerliche Entscheidung. Zwei Weltkriege, Hoffnungen, Einsamkeit und Liebe - und die Erkenntnis, dass alles verloren gehen kann. Julia Franck erzählt ein Leben, das in die Mühlen einer furchtbaren Zeit gerät. Ein ungewöhnlicher Familienroman, ein eindringliches Zeitepos und die Geschichte einer faszinierenden Frau.
S. Fischer Verlag, ISBN 3-10-022600-3, gebunden, 432 Seiten, 19,90 €

Richard Yates - Easter Parade
Klappentext: Die Geschichte zweier Schwestern, die darum kämpfen, der Vergangenheit zu entkommen. Keine der Grimes-Schwestern sollte im Leben glücklich werden, und rückblickend schien es stets, daß die Probleme mit der Scheidung ihrer Eltern begonnen hatten. Das war 1930, als Sarah neun Jahre alt war und Emily fünf. Ihre Mutter, die von den Mädchen >Pookie< genannt werden wollte, zog mit ihnen fort aus New York und mietete ein Haus in Tenafly, New Jersey, weil sie glaubte, die Schulen wären dort besser, und weil sie hoffte, in der Vorstadt eine Laufbahn als Immobilienmaklerin einschlagen zu können. Es klappte nicht - kaum einer ihrer Pläne, unabhängig zu werden, klappte -, und sie verließen Tenafly nach zwei Jahren wieder, aber die Mädchen verbrachten dort eine unvergeßliche Zeit.
DVA, ISBN 9783421042613, gebunden, 19,95 €

Rachel Cusk - Arlington Park
Klappentext: Die Bewohner der fiktiven Londoner Vorstadt Arlington Park genießen in begrünten Sträßchen und bequemen Häusern die zweischneidigen Errungenschaften der modernen Zivilisation: Wohlstand, persönliche Freiheit und moralische Indifferenz. Sie leben angepasst und sicher, doch furchterfüllt und überzeugungsarm. Im Verlauf eines einzigen verregneten Tages zeichnet dieser Roman ein Psychogramm ihrer Befindlichkeit zwischen Zukunftsangst, Ehekrieg und Erziehungsalltag. Zumal die der Frauen, die hier das Zepter schwingen oder glauben, es zu tun: Juliet, die überzeugt ist, Liebe sei eine Form der Rache Amanda, die den Tod mit besessener Hausarbeit verdrängt Maisie, die sich am Verlust der Schönheit aufreibt die schwangere Solly, die an ihrer Weiblichkeit verzweifelt. Sie, ihre Männer und Kinder bevölkern den Kosmos dieses sprachmächtigen Buches - ein ebenso subversiv komisches wie anrührendes und scharfsinniges Porträt des Lebens in der westlichen Gesellschaft heute, der profitablen, aber allerorts gefährdeten Gewöhnlichkeit unserer Existenz.
Rowohlt Verlag, ISBN 9783498009311, gebunden, 320 Seiten, 19,90 €

Ingo Schulze - Handy. Dreizehn Geschichten in alter Manier
Leselotse meint: Mit diesen "dreizehn Geschichten in alter Manier" kehrt Ingo Schulze wieder zurück zu seinen - erfolgreichen - Wurzeln. Diese Erzählband steht auf einer Stufe mit Schulzes Erfolgsbuch "Simple Storys". In vordergründig einfacher Sprache erzählt Schulze (oftmals) tiefgründige Geschichten aus den Jahren um die Jahrtausendwende. Die eine oder andere Erzählung lässt einen am Ende etwas ratlos zurück (was ja nicht unbedingt schlecht sein muss), aber viele machen in leichter Form anhand von unscheinbaren Alltagssituationen die Problematik von Abschied und Aufbruch deutlich.
Klappentext: Nach dem großen Erfolg seines epochalen Romans Neue Leben beschreitet Ingo Schulze in seinen Erzählungen Handy ganz neue Wege. In raffiniert variierenden Beziehungskonstellationen erweist er sich als großer Erzähler klassischer Prägung und einmal mehr als einer der bedeutendsten europäischen Schriftsteller seiner Generation. Silvester 1999, die Millennium-Nacht in Berlin. Frank Reichert, als ostdeutscher Jungunternehmer erfolgreich im Westen angekommen, begegnet auf der Silvesterfeier an der Schwelle zum neuen Jahrtausend Julia, seiner verlorenen großen Liebe. Seit der Trennung im Herbst 1989 wandelt er wie ein Fremder durchs Leben, fast unbeteiligt erlebt er neue Beziehungen und den Erfolg seines florierenden Geschäfts. Nichts mehr kann ihn im Tiefsten berühren, über allem liegt Julias Schatten und die Möglichkeit eines anderen Lebens. So wird das Ende der Nacht zu einem Neubeginn, mit dem keiner gerechnet hat. Zwischen Abschied und Aufbruch taumeln fast alle Figuren in Ingo Schulzes neuen Erzählungen. Oft reicht schon ein einziger irritierender Blick, um das scheinbar harmonische Gefüge einer frischen Liebe, einer nachbarschaftlichen Bekanntschaft oder eines unbeschwerten Urlaubs aus den Angeln zu heben. Ob im Friseurladen in Manhattan, in einer Datscha im Berliner Umland – stets umgibt eine Atmosphäre diffuser Bedrohung die selbstgeschaffenen Fluchtorte. In diesen Heterotopien der Seligkeit behaupten sich Schulzes Protagonisten gegen eine ständig beschleunigende Welt, die mit ihren Fallstricken bis in die eigenen vier Wände reicht. Mit untrüglichem Gespür für tragikomische Situationen umkreist Ingo Schulze das Wesen der Liebe, das Ringen um Würde im Abschiednehmen und das Geschenk glückhafter Epiphanien mitten im Alltag.
Berlin Verlag, ISBN 3-8270-0720-8, gebunden, 19,90 €

William Boyd - Ruhelos
Klappentext: Was geschieht, wenn alles, was man über seine Mutter zu wissen glaubte, sich plötzlich als Trugbild erweist? In dem langen heißen Sommer 1976 erfährt Ruth Gilmartin, dass ihre Mutter Sally in Wirklichkeit Eva Delektorskaja, eine russische Emigrantin und ehemalige Spionin, ist. Oxford, 1976. Ganz England stöhnt über die Hitze, doch Ruth Gilmartin ist vor allem um ihre Mutter besorgt: Ständig beobachtet Sally den Wald hinter ihrem Garten, das Telefon beantwortet sie nur nach vereinbartem Klingelsignal und das Haus verlässt sie – obwohl unversehrt – nur im Rollstuhl. Schließlich eröffnet sie ihrer Tochter, dass jemand sie töten wolle. Ihr wahrer Name sei Eva Delektorskaja und sie habe im Krieg als Spionin gearbeitet. Paris, 1939. Eva, eine schöne russische Emigrantin, wird von dem geheimnisvollen Lucas Romer für den britischen Geheimdienst angeworben. Sie soll die Arbeit ihres geliebten Bruders Kolja, der von den Nazis ermordet wurde, weiterführen. Unter Romers Anleitung wird sie zur perfekten Spionin ausgebildet, die schnell lernt, sich zu verstellen und – niemandem zu trauen. Ruhelos ist ein Spionageroman und literarisches Meisterwerk. Es vereint die emotionale Intensität eines Ian McEwan mit der Spannung eines John le Carré. William Boyd stellt die zutiefst beunruhigende Frage, wie gut wir einen Menschen jemals kennen können, und verwickelt den Leser in ein durchtrieben-doppelbödiges Spiel.
Berlin Verlag, ISBN 3-8270-0692-9, gebunden, 22,00 €

Jonathan Lethem - Du liebst mich, du liebst mich nicht
Klappentext: Komisch und teilnahmsvoll beschreibt Jonathan Lethem in dieser romantischen Farce die Paradoxien der Liebe, die sich zwischen den Mitgliedern einer aufstrebenden Rockband in Los Angeles abspielen. Der Roman handelt von geistigem Eigentum und seelischer Abhängigkeit, mit einem leisen Anklang an den Sommernachtstraum, der die Bandbreite Jonathan Lethems eindrucksvoll vor Augen führt.Ein subversiver Roman über Oberflächlichkeit und Tiefe in der Liebe. Lucinda verbringt täglich acht Stunden damit, bei einer Nörgel-Hotline anonymen Anrufern zuzuhören. Ein Dauerkunde, der nur mit ihr sprechen will, zieht sie mit seinen Grübeleien und Selbstreflexionen in den Bann. Lucinda und der Nörgler arrangieren ein Treffen und verlieben sich heftig. Nebenbei spielt sie Bass in einer Band, deren Leadsänger Matthew, ein verwirrter junger Mann, vor kurzem ein depressives Känguru gekidnappt hat, um es von seinem Ennui zu befreien. Bedwin, der geniale Texterder Band, leidet dagegen unter einer Schreibblockade, weshalb ihn Lucinda mit einigen der philosophischen Überlegungen des Nörglers ¯versorgt®. Als Bedwin diese in brillante Songs umsetzt, steht die Band kurz vor dem Durchbruch. Das einzige Problem ist der Nörgler. Er besteht darauf in die Band aufgenommen zu werden mit verheerenden Konsequenzen für alle.
Tropen, ISBN 9783932170980, gebunden, 19,80 €

Maxim Biller - Liebe heute. shortstories
Klappentext: Erzählt werden Geschichten über die Liebe und was dazu führt und wann sie kommt und wer sie teilt und wo sie bleibt - ein Kompendium der Liebesarten unserer Tage. Billers Figuren pendeln zwischen dem Wunsch, sich auszuliefern, und der Angst davor, und das macht die Sache ziemlich kompliziert, und deswegen wird selten jemand glücklich, aber alle wollen es sein und stehen sich selbst im Weg. Das ist die wahre Metropolenliebe, sehr ehrlich und oft sehr ergreifend.
Kiepenheuer & Witsch, ISBN 3-462-03702-1, gebunden, 18,90 €

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